Pressemitteilung zum Tag der Stiftungen 2020

 „Corona ist überall – mehr oder weniger“ - so der Vorstand der Bürgerstiftung Schaumburg zum „Tag der Stiftungen“ am 01. Oktober

„Leselust Schaumburg“ in Wartestellung – kein Bürgermahl in 2020 – Bürgerstiftung mit Zuwendungen aus Erbschaften

Eigentlich ist der europaweit am 01. Oktober jeden Jahres begangene „Tag der Stiftungen“ ein Anlass, die Vielfalt der Stiftungslandschaft, die Ziele der Stiftungen, ihre Aktivitäten und Ergebnisse einem breiten Publikum – bisher lokal wie überregional in einer Vielzahl von Veranstaltungen und Veröffentlichungen - bekannt zu machen. Zahl und Größe der sonst gewohnten Veranstaltungen fallen in diesem Jahr coronabedingt allerdings kleiner – oder ganz -aus, Kongresse und Arbeitstreffen werden wie in vielen anderen Bereichen virtuell durchgeführt. Das erspart zwar auch den Vertretern der Bürgerstiftung Schaumburg manchen Weg – einhellig bleiben diese aber der Auffassung, dass der persönliche Austausch und die Diskussion im direkten Kontakt in einer Präsenzveranstaltung auf Dauer nicht zu ersetzen sind. Insoweit hofft man auch hier auf die Wende zum Besseren – in Nach-Corona-Zeiten.

So hat der Vorstand der Bürgerstiftung schweren Herzens entschieden, in diesem Jahr - erstmals seit Gründung der Stiftung im Jahre 2004– nicht zum alljährlichen Bürgermahl einzuladen. Das mit dem Bürgermahl regelmäßig verbundene Spendenaufkommen trägt sonst in erfreulichem Umfang zur Mit-Finanzierung der Stiftungsarbeit bei.  Die nicht absehbare Entwicklung der Pandemie lässt allerdings eine verlässliche Planung für eine Veranstaltung dieser Größe derzeit nicht zu.

Das üblicherweise im Sommer  stattfindende Stifterforum mit dem Bericht für Stifterinnen und Stifter über die Entwicklung des Vorjahres wurde verschoben, dieses wird allerdings noch nachgeholt.

Am stärksten betroffen von der Corona-Pandemie ist natürlich das bekannteste und mit fast zehn Jahren das älteste Projekt der Bürgerstiftung: „Leselust“. Lesepatinnen und Lesepaten können seit Beginn der Pandemie mit ihrer Unterstützung beim Lesen und Lesenlernen in Kindergärten und Grundschulen nicht mehr präsent sein – zu ihrem großen Bedauern. Natürlich wird der persönliche Kontakt gepflegt, Informationen und Materialien werden wie gewohnt über Frau Milost im „Leselust“ – Büro ausgetauscht – und in vielen Einzelgesprächen werden die Möglichkeiten zur Wiederaufnahme der Leseförderung ausgelotet, damit man unmittelbar „startklar“ ist, wenn es wieder losgehen kann. Die allseitige Hoffnung: nach den Herbstferien könnte man vielleicht beginnen – natürlich mit den bekannten Einschränkungen.

Corona lieferte aber auch die Grundlage für ein Projekt, das ausgesprochen erfolgreich in Schaumburg umgesetzt wurde: „Konzerte vor den Fenstern“. Cameron Carpenter, ein Weltstar unter den klassischen Organisten, musizierte im Juli  auf Einladung der Bürgerstiftung Schaumburg vor fünf Seniorenheimen im Schaumburger Land mit seiner auf einen LKW montierten Orgel. Sein Ziel:  all jenen Ermutigung und Aufheiterung zu spenden, die am meisten unter der Corona-bedingten Kontaktsperre leiden: alten und kranken Menschen, die ihm von Fenstern und Balkonen aus zuhörten.

Mit vereinten Kräften hatten sich die Ehrenamtler der Bürgerstiftung Schaumburg kurzfristig an die Organisation gemacht; das „Bündnis für Bürgerstiftungen“ aus Berlin koordinierte den Ablauf, heimische Stifter und Spender leisteten spontan großzügige finanzielle Unterstützung. Damit konnte der Künstler sich dann mit seiner Orgel in einer kleinen „Rundreise“ durch das Schaumburger Land an verschiedenen Orten präsentieren: über Stadthagen ging es nach Obernkirchen, von dort über Bückeburg nach Rinteln – im Auetal endet die Konzertreise schließlich in Rehren.

Auch Schaumburger Künstlerinnen und Künstler erfahren seitens der Bürgerstiftung Schaumburg Hilfe in Corona-Zeiten. Ihre live und per Streaming an das Publikum gebrachte Rockrevue „Summer of Lovers“ – eine Mixtur aus zahlreichen Schaumburger Musikern und Gästen - wurde unterstützt, um heimischen Künstlern wieder Auftritte zu ermöglichen. Weil die Situation der Künstler nach wie vor katastrophal ist, würde der Veranstalter das wirklich gute Musikkonzept bis Ende des Jahres gern weiterführen und ein „Winter of Lovers“ anbieten, was jahreszeitlich bedingt nicht leichter werden dürfte.

Ausgesprochen dankbar zeigt sich der Vorstand der Bürgerstiftung über großzügige Zuwendungen, die das Stiftungsvermögen in diesem Jahr haben beachtlich anwachsen lassen: ein Schaumburger Bürger hat die Stiftung testamentarisch zu seiner Alleinerbin bestimmt, ein weiterer Mitbürger hat ihr Immobilien vermacht.

Bei Betrachtung der schwierigen Rahmenbedingungen zeigt sich der Vorstand damit insgesamt recht zufrieden: zum Tag der Stiftungen kann sich die Bürgerstiftung Schaumburg im besten Sinne sehen lassen. Die die Bürgerstiftung erreichenden zahlreichen Wünsche nach finanzieller Unterstützung der unterschiedlichsten Projekte und Maßnahmen können weiter in erfreulichem Umfang erfüllt werden. Der Dank der Stiftungsverantwortlichen gilt allen, die die Stiftungsidee unterstützen – mit Spenden, mit Zustiftungen, mit Zeit und ideellen Hilfen; nur so ist die gemeinnützige Arbeit der Stiftung  im Schaumburger Land darstellbar.