Stifterforum 2016

11. Stifterforum der Bürgerstiftung am 31. Mai 2016

Vorstand und Stiftungsrat hatten zum alljährlichen Stifterforum in den Le-Theule-Saal des Ratskellers in Bückeburg eingeladen, rund 40 Besucher waren der Einladung gefolgt. Sie erlebten einen interessanten Abend: Schwerpunktthemen waren die alles andere als befriedigende Lage am Kapitalmarkt mit historisch niedrigen Zinsen sowie die geförderten Projekte, von denen das Projekt "Strömungsretter" durch Aktive der DLRG Rolfshagen en Besuchern detailliert vorgestellt wurde.

Vor der Berichterstattung über das vergangene Jahr legten die Anwesenden eine Schweigeminute ein. Sie galt Hajo Bünte, dem Anfang Mai 2016 nach schwerer Erkrankung verstorbenen Mitglied von Vorstand und Förderausschauss. G. Hitzemann würdigte die jahrelange, engagierte und kompetente Mitwirkung des erfahrenen Pädagogen in den Gremien der Bürgerstiftung mit einem großen Dank.

Das Kapital der Bürgerstiftung konnte weiter aufgestockt werden; inzwischen liegt es bei 535.000 Euro. 159 Stifter haben der Stiftung bisher Beträge zugewendet, 102 davon sind Gründungsstifter (Personen und Institutionen).

Bei Einbeziehung der unter dem Dach der Bürgerstiftung verwalteten Treuhandstiftungen – 2015 kamen zwei  weitere dazu, damit sind es mit der Julius Rodenberg – Stiftung sowie der Voges-Stiftung deren sechs – beläuft sich das gesamte Stiftungskapital auf jetzt rd. 3,4 Mio. Euro.

Den Stifterinnen und Stiftern dankten Rolf Watermann und Gebhard Hitzemann ausdrücklich für das der Stiftung und der sie tragenden Idee entgegengebrachte Vertrauen. In gleicher Weise bedankten sie sich auch bei allen, die die Stiftung und ihre Projekte mit etwas sehr Kostbarem unterstützen: mit ihrer Zeit. Insbesondere das erfolgreiche „Leselust“-Projekt mit rd. 110 Lesepatinnen und Lesepaten wurde hier herausgestellt: es besteht nun schon seit fünf Jahren. Ehrenamtlich engagieren sich die Lesepaten für die Lese- und Lese-Lern-Förderung in Grundschulen und Kindergärten/-Tagesstätten im Landkreis.  

56 Projekte mit unterschiedlichsten Inhalten wurden im vergangenen Jahr mit Förderzusagen in Höhe von 90.786 Euro unterstützt.

Rolf Watermann ging noch kurz auf die „traditionellen“ Veranstaltungen der Bürgerstiftungein: Stifterforum  und „Festliches Bürgermahl“. Nachdem im vergangenen Jahr  der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil die Festrede beim „Festlichen Bürgermahl“ im „Palais im Park“ in Bad Eilsen gehalten hat, erwartet die Bürgerstiftung am Montag, den 17. Oktober 2016  den früheren Bundesfinanzminister MdB Peer Steinbrück als Ehrengast beim diesjährigen Bürgermahl.

Schatzmeister Oliver Bruns berichtete zu dem Jahresabschluss 2015. Den größten Raum nahmen – wen wunderts´s – seine Ausführungen zur Lage am Kapitalmarkt ein. Historisch niedrige Zinsen lassen die Kapitalerträge deutlich zurückgehen; eine Änderung der Verhältnisse ist nicht in Sicht.

Die Auswirkungen werden deutlich zu spüren sein: das bisherige Volumen an Förderzusagen wird sich auf Dauer nicht halten lassen. Die rückläufigen Zinserträge lassen sich nicht kompensieren, wenn auch zu berücksichtigen ist, dass die Stiftung über Spenden und sonstige Einnahmen verfügt. Für den Vorstand steht bei Anlageentscheidungen und Risikoabwägung auf jeden Fall der Erhalt des Stiftungskapitals im Vordergrund.

So wird in den nächsten Jahren wohl die Zahl der geförderten Projekte zurückgehen; der Vorstand will dem bewährten Grundsatz treubleiben, dass die Förderung im Einzelfall nennenswert und für eine Projektdurchführung essentiell sein soll. Lineare Kürzungen nach der „Rasenmähermethode“ soll  es nicht geben.

Landrat Jörg Farr – ebenfalls Stifter – ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung ein, die das Ehrenamt und gemeinnützige Organisationen für das Miteinander im Schaumburger Land haben. Er bedankte sich dafür, dass die Bürgerstiftung die Sprachförderung für Flüchtlinge, die kreisweit von verschiedensten Initiativen geleistet wird, mit einem Betrag von 5.000 Euro unterstützt. Diese Mittel stammen aus dem Überschuss des Bürgermahles 2015; die Verwendung in der Flüchtlingsarbeit war an diesem Abend unter dem Beifall der Gäste zugesagt worden.

Seit mehreren Jahren wird den anwesenden Stifterinnen und Stiftern ein ausgewähltes Förderprojekt präsentiert. Damit sollen die Vielfalt entsprechender Projekte, ihre Inhalte und Ziele im Einzelfall und damit die Grundlagen für die  Bereitstellung von Fördermitteln verdeutlicht werden. In diesem Jahr hatte die DLRG Rolfshagen Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen.

Am Beispiel des geförderten Projektes „Ausbildung von Strömungsrettern“ machten die DLRG-Vertreter deutlich, welche wichtigen Aufgaben hier erfüllt werden und welches umfangreiche Fachwissen und welche Ausrüstung notwendig sind, damit die Ehrenamtlichen ihrer großen Verantwortung gerecht werden können. Mit großem Beifall zollten die Besucher des Stifterforums den DLRG-Vertretern ihren Respekt für ihr ehrenamtliches Engagement und ihre Leistungen.